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Unsere erste handwerkliche Maßnahme nach unserem Einzug in Güster war die Errichtung einer basenjisicheren Einzäunung unseres Grundstücks. Wie  hoch und wie dicht dieser Rundumzaun letztendlich sein mußte, lernten wir erst nach und nach.

Da diese sportlichen Basenjis nämlich ohne Anlauf ansatzlos, quasi direkt aus dem Stand über einen normalen Gartenzaun springen können, hieß es schon bald: Höhe aufstocken!

Dann schlüpfte Pelle als Welpe mit einem Seufzer der Verzweiflung auch schon mal durch die Jägerzaunlöcher hindurch hinter seinem Bosse her, wenn der mit Herrchen allein zum „Erwachsenen-spaziergang“ aufbrach, also: Maschendraht vor die-se Zaunöffnungen!

Als die nette Nachbarshündin vorbeiflanierte, nutzte Bosse nun aber die Pelle-Durchschlüpfsicherung als Zaunüberwindungskletterhilfe und setzte aus Frust, die tolle Dame nicht wiedergefunden zu haben, einen Klops in einen Nachbargarten. Die Folge: nochmals Höhe aufstocken!

Eine Weile war’s in Ordnung, bis zu dem Spätsommertag, an dem Herrchen anfing, unsere hintere Walachei auszuforsten; Tagelange härteste Rodungsarbeiten auf dem völlig zugewachsenen Wall führten dazu, daß die Jungs plötzlich ganz neue Ausblicke bekamen. Jetzt konnten sie jeden einzelnen Passanten - und vor allem die Lieblingsfeinde = alle  R ü d e n - nicht nur Stunden vor dem tatsächlichen Auftauchen hören und riechen, sondern auch sehen! Und das konnte Bosse ganz besonders gut.

Alles ganz friedlich und normal, wir pusseln im Garten herum und der Bosse liegt auf der Lauer und beobachtet genau, wer da an seinem Territorium vorbeikommt. Plötzlich Radau und Bellen von draußen, ich schau von meiner Arbeit auf, will wissen, was los ist und bekomme zur Antwort:„ Ähhhhh, ..........ich glaube, der Bosse kam eben über den Zaun geflogen!“

Wie jetzt? Über welchen Zaun denn?  Und wieso geflogen? Und wenn überhaupt, wer hat ihn geworfen?

Die Antworten auf diese Fragen bekamen wir am nächsten Tag.

Einer unserer Nachbarn war wie immer mit seinem Hund auf dem Rad an unserem Grundstück vorbeigefahren, nur leider sah Stinkstiefel Bosse heute auch, wer da vorbeifuhr.

Die Begeisterung darüber schien nicht nur seinen Blick nochmals zu schärfen, sondern ihm auch Flügel zu verleihen und so fand er die allerletzte Sprungschneise über den Zaun,  flog auf die andere Seite und landete wie aus Wolken gefallen dem Nachbarn und dessen Hund direkt vor die Füße.

Geistesgegenwärtig und äußerst sportlich schaffte es Herr X., sowohl sein Fahrrad als auch seinen Hund festzuhalten und gleichzeitig den geifernden Bosse zu schnappen und zurück über den Zaun auf unser Grundstück zu werfen. Dann fuhr er kommentarlos seines Weges............

Das alles geschah innerhalb weniger Sekunden.

Wir waren ganz schön von den Socken und kauften sofort erneut eine ausreichende Menge Latten und Zaun, um auch an dieser Stelle für Frieden zu sorgen.

Bis wir dann endlich unseren schönen, neuen Zaun bekommen, sieht’s zaunmäßig um unser Grundstück herum aus wie auf Alcatraz.

 

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 Pelles Tauch-Crashkurs

Nee, heute Morgen ist das aber auch wieder eklig – unser Hundespaziergang macht bei solchem Wetter einfach keinen Spaß: horizontaler Schneeregen und ein kalter Wind aus Afrika vermiest uns die frühe Kreativstunde.

Meine Jungs hassen den Wind, der so fies in die Öhrchen fegt und legen die Lauscher seitlich platt. Damit aber auch gar kein kalter Zug den sonst so eleganten Basenji-Body verkühlt, klappen sie zusätzlich auch noch die immer so adrett aufgebauten Lingelwänze runter. Mann, sehen die blöd aus! Sie haben es auch sehr eilig, die Runde hinter sich zu bringen und beschleunigen einträchtig, so daß ich in meiner dicken Winterverpackung schon zu dampfen beginne.

Ist mir auch recht, unnötig lange muß ich mich hier wirklich nicht aufhalten, da ruft mich doch eher mein gutgeheiztes Büro. Im Stechschritt eilen wir runter zum Kanal, doch halt, hier steigt den Jungs doch etwas Aufregendes in die Nasen, was unbedingt untersucht werden muß.

Dieses „aufregende Etwas“ bleibt für meine minderbemittelte Menschennase ein Geheimnis, doch Bosse und Pelle wörkeln und montieren äußerst geschäftig am Kanalufer herum, immer sehr tief unten, wo es schon sehr steil und abschüssig ist. Rupfen hier und rumpeln da und irgendwann tut es dann auch irgendwo einen Unterwasserplumps, das Wasser zieht Kreise und die Jungs gucken total gespannt hinter irgend etwas her.... und setzen mit noch mehr Inbrunst ihre für mich völlig sinnlose Aufräumarbeit fort.

Während ich leicht gelangweilt so vor mich hinträume, über den Kanal blicke und eigentlich diesen superorangeroten Sonnenaufgangsball herbeigucken möchte, plumpst es schon wieder:

Hey, da fehlt doch ein Hund ! Bosse steht beängstigend weit runtergebeugt am Kanalufer und starrt auf eine bestimmte Stelle, wo ist Pelle? Ich kraxle so schnell der wackelige Kanalbefestigungsuntergrund es erlaubt, ebenfalls hinunter und stelle mich neben Bosse, der fiept und jammert. Plötzlich taucht vor uns der Pellekopf auf, abgeklappte Ohren und schlitzige Äuglein, pitschnaß und wild mit den Pfötchen nach festem Untergrund paddelnd.

Bevor ich nahe genug herankomme, um den Pelle am Halsband zu fassen zu kriegen, geht er schon wieder wie ein Stein unter und verschwindet unerreichbar unter der Wasseroberfläche.

So geht es also nicht!  Nun lege ich mich auf den Bauch und robbe im dicken Daunenparka mit dem Kopf zuerst abwärts und warte mit dem immer lauter klagenden Bosse auf Pelle’s nächstes Auftauchen :

Da isser ! Aber jetzt – nee, Mist, Fehlanzeige – der kleine Depp hat die Äuglein immer noch geschlossen und tapst nach den moosigen glitschigen Kanalbefestigungsholzpfeilern, von denen er abrutscht, sich abstößt und somit aus meinem Aktionsradius gerät. Schon ist er wieder komplett verschwunden.

Soll ich denn in den Kanal springen? Mir kommen nun auch schon die Tränen und der blöde Schneesturm wird wieder dichter,  wo ist unser Pellchen? Bosse bleibt meine einzige Hilfe, er weiß genau, wo sein Vetter wiederauftauchen wird und dieses Mal bin ich schnell genug: ich schnappe mir das Halsband und hieve das ganze nasse Hundepaket aus dem Wasser !

Das nasse Hundepaket freut sich sichtlich über die wiedererlangte Bodenhaftung, schüttelt sich ausgiebig, legt ein Zickzacktänzchen mit Flitzattacke ein und läßt sich von dem besorgten Bosse gleich vor Ort trockennutzen.

Nun aber los, der unterkühlte Pelle muß so schnell wie möglich ins Trockene und Warme. Beide Hunde angeleint starte ich auf kürzestem Wege in meinen gefütterten Wintergummistiefeln und der Winterlederhose einen Querfeldeinlauf durch das eklige Schneegestöber über die abgeernteten Äcker zum Auto.

Zum Glück habe ich heute auch ein altes Hundehandtuch im Auto und kann den kleinen Taucher gleich trockenfrottieren. Nach dem Geländeritt hätte ich auch ein Handtuch brauchen können, denn in diesem Hundespaziergangs-outfit fühlst Du Dich wie nach einem mehrstündigen Dauerlauf auf weichem Sandstrand mit integrierter Wandelsauna.

                        

 

 

 

                       

Lautlos schwebt ein Blatt vom Baum, ganz allein, viel zu früh. Ein Windhauch entführt es meinem Blick.
Es wird irgendwann ein neues Blatt geben, doch kann es nie wieder so sein wie du.

Annegret Kronenberg         

 
Bosse Decemba ti-n Abou Teka
 
*3. Januar 1994 +24. Mai 2007
   

 Bosse war unser erster Basenji, der uns über mehr als 13 Jahre im besten Sinne „auf Trab hielt“. Mit seinem unbeugsamen Willen, sehr speziellen Vorstellungen und immer neuen verrückten Ideen machte er unser Leben zu seinem Abenteuerspielplatz und erfand uns jeden Tag spannend und neu.

Die Blessuren dieses wilden Lebens steckte er immer locker weg und lebte 10 Jahre innig pfotenhaltend und stereo unternehmenslustig mit seinem Kumpel Pelle. Auch als Senior konnte er dem quirligen kleinen Lasse noch die Feinheiten des Basenji-Lebens nahe bringen.

Von seinem ersten wirklichen gesundheitlichen Tief erholte er sich nicht mehr richtig, doch am vorgesehen Abschiedstag lief und posierte er wie ein Basenji-Model quasi um sein Leben. Bosse schenkte uns noch 20 tolle gemeinsame Oldie-Tage und nahm gerade in seiner selbstgewählten Verlängerung alles Lebenswerte seines Basenji-Daseins wahr bis auch seine unendliche Willenskraft versiegte.

Bosse hat ein schattiges Grab unter der kleinen Birke in unserem Garten,

ganz nah bei uns wie immer......für immer. Es ist ok, ....es tut gleichmäßig weh :

Dany, Manfred und die Restjungs Pelle & Lasse

 

 
   

 

Nachruf von ganz besonderen Freunden :

Pelle, der Basenji, der lächelte... 

Jeder Basenji hat seinen eigenen Charakter, ist eine eigene kleine Persönlichkeit. 

Wir haben Pelle kennengelernt, als wir uns für die Rasse interessiert haben.

Die Geschichten vom Güster-Acker haben uns die Wartezeit auf unser neues Familienmitglied verkürzt, sie haben uns unterhalten und unsere Herzen erwärmt. 

Insofern ist Pelle, im Kreise der Basenjis, sicher eine Berühmtheit gewesen.

Und wir hatten das große Glück, ihn auch persönlich zu begegnen. Sicher, dazu mussten wir erst in die Nähe des Güster-Ackers ziehen, aber die Reise hat sich in vielerlei Hinsicht gelohnt. 

Wir erinnern uns an die gemeinsamen Spaziergänge am See und die Sonnenstunden auf der Terrasse, wo Pelle so gerne auf seinem Ehrenplatz lag. 

Diese schönen Momente werden wir in unserer Erinnerung behalten und uns immer wieder gern an Pelle als einen ganz besonderen Basenji mit einem einzigartigen,fröhlichen Lächeln zurückerinnern. 

Wir fühlen mit den Familienmitgliedern, die um einen geliebten Freund trauern und sind mit den Herzen bei euch. Ruhe in Frieden, Pelle, und sei versichert, auf der anderen Seite des Regenbogens gibt es unendlich viel Freilauf... 


Ejengi's Benu

*18.01.1997   +04.04.2012

 

  

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Dany Beiswanger Seestraße 205 21514 Güster 04158 8162  | Dany.Beiswanger@t-online.de